Holger Gebert war als Bundesvorsitzender der ADBeV am 2. Dezember 2015 zu einer von der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag beantragten Anhörung in den Rechtsausschuss eingeladen. In dieser Anhörung ging es um die zukünftige Ausrichtung der Bewährungshilfe im Land Hessen, da auch dort die Einführung der Risikoorientierten Bewährungshilfe beabsichtigt ist. Die LAG Hessen hatte sich bereits in Ihrer Stellungnahme vom Januar 2014 skeptisch zu diesem Vorhaben geäußert und sich deswegen an Abgeordnete des Landtages und regionale Medien gewandt, um auf ihre Position aufmerksam zu machen. Im Ergebnis fand nun die parlamentarische Anhörung statt, zu welcher neben der ADBeV u. a. auch die LAG Hessen, vertreten durch den Landesvorsitzenden Thomas Stiefel, Herr Prof. Dr. Bohrhardt von der Fachhochschule Coburg, Karl-Christoph Sachs für ver.di, Hartmut Weber für den Verband der Sozialarbeiter in der Niedersächsischen Strafrechtspflege e. V. und Bernd Wagner für die DJG Landesverband Hessen e. V. eingeladen waren.

Anhörung 1 

Die Argumente waren von den Befürwortern und den Gegnern der Risikoorientierten Bewährungshilfe kontrovers und emotional vorgetragen, wobei die Seitenzuordnung der Vortragenden interessanterweise besonders am Grad der ministeriellen materiellen Abhängigkeit erkennbar war. Auf der einen Seite der Vortragenden befanden sich die Vertreter der Wissenschaft, welche mit der Propagierung  des Modells ihr Geld verdienen und Verbändevertreter, welche auf finanzielle Zuschüsse der Ministerien angewiesen sind sowie Kollegen, die mittlerweile in Leitungsfunktionen gelangt sind und die administrative Sichtweise darlegten, was mit Sicherheit nicht unbedankt bleiben dürfte.

Auf der anderen Argumentationsseite befanden sich Vertreter von Organisationen, welche eben nicht in der Abhängigkeit der Administration stehen und ihr Engagement uneigennützig im Ehrenamt erbringen. Ziel dieser Vertreter war es die Abgeordneten des Hessischen Landtages davon zu überzeugen, der unmittelbaren Einführung der Risikoorientierten Bewährungshilfe nicht zu zustimmen und der hessische Kollegenschaft das Mandat zu erteilen, in einem demokratischen Prozess weiter an den neu durch die LAG vorgelegten Standards zu arbeiten.

ADB-Vorstand                                                                        Potsdam, 07.12.2015

Die Stellungnahmen sind hier nachzulesen:

ADBeV Stellungnahme

LAG Stellungnahme

Prof. Bohrhardt Stellungnahme

VDS Stellungnahme

Verdi Stellungnahme

DJG

weitere Stellungnahmen

2015-12-03 Bundesjustizportal Presseerklärung DIE LINKE